Waldmuseum in der Fremdenverkehrsgemeinde Herschberg
Einen herrlichen Rundblick kann der Urlauber von Herschberg aus über die Sickinger Höhe genießen. Das Dorf ist weithin bekannt als westpfälzische „Narrenhochburg“ und durch das traditionsreiche ländliche Pferderennen auf der idyllischen Naturrennbahn im Maibächeltal. Alle zwei Jahre ist die Gemeinde Anziehungpunkt im Rahmen des Dorffestes bei der Ausrichtung des pfälzischen Strohfiguren-Wettbewerbes.
Im Kellergeschoss des Kindergartens bei der Bürgerhalle
Wald und Wasser sind die unverwechselbaren Erkennungsmerkmale der Gemeinde Herschberg. Im Umfeld der Sickinger Höhgemeinde gibt es 375 Hektar Wald. Die weit zurückreichende Waldtradition mag die Gemeinde dazu veranlasst haben, im Jahre 1982 das erste Waldmuseum in Rheinland-Pfalz zu eröffnen. Das Museum bei der Freizeitanlage gibt Einblick in die Waldbewirtschaftung, die Waldnutzung, die Holzbearbeitung und stellt die Bewohner des Waldes vor. Bei kritischer Betrachtung könnte dieses Waldmuseum eine Mahnung sein, mit dem unverzichtbaren Naturgeschenk Wald sorgsam um zu gehen.
Eine original Holzrechtsurkunde aus dem Jahr 1746, unterzeichnet von Christian Karl Reinhard, Graf zu Leiningen, zeugt davon, dass der kostbare Wald den Grafen gehörte. Das Waldmuseum informiert über 18 verschiedene einheimische Holzarten, die in Scheiben- und Längsschnitte sowie Furnieren dargestellt werden. Einer mächtigen 360jährigen Eichenscheibe wurden geschichtliche Daten der Ortsgemeinde ab dem Jahre 1630 zugeordnet. Hier wird sehr anschaulich dargestellt, welche Ereignisse über unser Land hinweg gegangen sind, bis die mächtige Eiche gefällt wurde. Mehrere Kriege, das Einsetzen der Industrialisierung und der Bau der Wasser- und Stromleitung sind Stationen auf dem langen Lebensweg der von ihren Jahresringen gekennzeichneten Eiche.
Eine fast lückenlose Kette der Entwicklung von alten und neuen Waldbearbeitungsgeräten erschließt dem Besucher den rasanten technischen Fortschritt. Weitere Werkzeuge der holzverarbeitenden Handwerkszweige runden das Bild um die Holznutzung ab. Der letzte Raum des Waldmuseums offenbart, dass der Wald nicht nur aus Bäumen besteht, sondern eine Lebensgemeinschaft ist, in der unzählige Lebewesen zu Hause sind. Neben Rehen, Wildschweinen, Mardern und Füchsen, Eichelhähern und Elstern, Wander- und Turmfalken, Eichhörnchen, Faltern und Käfern, sind auch noch Pflanzen des Waldes hautnah zu bestaunen.
Öffnungszeiten: April bis Oktober jeden Tag – Vorsprache beim benachbarten Kioskbetreiber an der Freizeitanlage.
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